Projektbeschreibung

Im Herzen von Langerringen entsteht aus dem ehemaligen Schorer Bauernhof ein modernes medizinisches Versorgungszentrum mit Arztpraxis, Apotheke, Tagespflege mit Büros, betreutem Wohnen mit 12 Wohneinheiten, Büros, sowie ein Wohnhaus mit insgesamt 12 Mitwohnungen. Somit besteht das Projekt aus drei Häusern mit direktem Zugang zur Tiefgarage.


Was macht Ihr Projekt außergewöhnlich?

Das Projekt „Neuer Schorerhof“ ist etwas Besonderes weil dort in einer kleinen Gemeinde wichtige Einrichtungen unter einem Dach zusammen kommen. Dieses Projekt besteht aus drei Häusern. Im ersten Gebäude entsteht ein modernes Wohn- und Geschäftshaus, mit einer Allgemeinarztpraxis, Apotheke, Büroräumen der Johann-Müller-Altenheimstiftung und der neue Firmensitz unserer Firma HELU. Im zweiten Gebäude entsteht ein Pflegezentrum, welches ein betreutes Wohnen mit 12 Wohneinheiten sowie eine Tagespflege der Altenheimstiftung umfasst. Zusätzlich bietet dieses Projekt den älteren Menschen in der Gemeinde die Möglichkeit sich am gemeinsamen Mittagstisch eine warme Mahlzeit zum Selbstkostenpreis und in guter Gesellschaft zu gönnen. Das letzte der Bauten soll ein reines Mietsobjekt werden, bestehend aus Wohnungen zwischen 55 und 120m², die als behindertengerecht erbaut wurden. Eines verbindet die Drei Gebäude jedoch miteinander, die Tiefgarage des Wohnkomplexes. Sie besitzt insgesamt 24 Tiefgaragenstellplätze wobei schon bei 12 eine E-Ladestation integriert ist.

Welche ökologischen Konzepte setzten Sie in Ihrem Projekt um?

Schon beim Abtrag wurde auf Widerverwendung gesetzt. Bei dieser Baumaßnahme wurden 16.000 Tonnen Bodenreich abgetragen, die teilweise nach Fertigstellung der unteren Gebäudeebenen wiedereingebaut wurden. Der restliche Aushub wurde als Untergrund für die neue Gemeindewertstoffannahmestelle verwendet, womit der gesamte Abtrag wiederverwendet und Entsorgungskosten reduziert wurden. Beim Aufbau des Gebäudes wurde zu gefüllten Planziegeln, anstelle von Hochlochziegeln mit Wärmedämmverbundsystem gegriffen. Der gefüllte Planziegel ZMK X6,5 hat den Vorteil, dass er absolut nachhaltig und 100% recycelbar und widerverwertbar ist. Dadurch, dass die EPS-Füllung nicht fest mit dem Ziegel verbunden ist, und der Dämmstoff auf der eigenen Anlage getrennt und zur Wiederverwertung zugeführt wird, ist dieser umweltschonend und bei der Entsorgung kostengünstiger. Durch diesen Stein konnte zudem der Vollwärmeschutz eingespart werden, da EPS bei der Herstellung aufwendiger ist. Die Langlebigkeit der Kunststoff-Aluminiumfenster ist ein weiterer gewinnbringender Faktor, da diese im Schnitt 8-10 Jahre länger halten. Die Dämmung des Dachs ist ein weiterer Nachhaltigkeitsfaktor, da dieses aus Holzfaserplatten besteht. Zum einen sind die Platten ein nachwachsender Rohstoff, welche nicht nur widerstandsfähiger, sondern auch langlebiger sind und bei der Entsorgung nicht wie die anderen Dämmungen als Problemmüll eingestuft werden. Durch eine natürliche Lüftung in der Tiefgarage, entstanden durch Öffnungen in Decken und Außenmauern, wurde auf eine mechanische Lüftungsanlage verzichtet, wodurch Energiekosten anhand von Anschaffungskosten und Betriebskosten eingespart wurden. Eine PV-Anlage und ein Batteriespeicher wurden zum Eigenstromverbrauch eingebaut, welche Mietnebenkosten reduzieren. Mit dem Einbau von LED’s statt herkömmlichen Glühbirnen steigt die Nachhaltigkeit nochmals. LED’s halten siebenmal länger und bieten ein umweltfreundliches Recycling an.

Wie ermöglicht Ihr Projekt eine nachhaltige Lebensweise für die Bewohner bzw. Nutzer Ihrer Objekte?

Durch die erwähnte energieeffiziente Bauweise haben alle Nutzer und Bewohner niedrige Nebenkosten. Durch die zentrale Lage werden alle Grundbedürfnisse des täglichen Lebens gedeckt, da Bäcker, Metzger, Poststelle, Kirche und Restaurants zu Fuß erreichbar sind. Durch die medizinische Versorgung vor Ort können gerade ältere Patienten auf längere Wege verzichten.

Da Wohnraum immer knapper und teurer wird, konnte durch die einmalige Höhe der Gebäude viel Wohnraum auf geringer Fläche geschaffen werden. Außerdem wurde durch spezielle Rohstoffe auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Gesamtprojekt großen Wert gelegt.

Im südlichen Teil von Haus 3 entsteht eine kleine Parkanlage zur Erholung in der sich alle frei bewegen dürfen. Außerdem wird ein Mieterstromkonzept angestrebt und da die PV Anlage mit nur einem Zähler den Strom im Gebäude verbraucht wird das öffentliche Stromnetz entlastet.

Der neue Schorerhof erhält außerdem direkt vor dem Haus eine neue Bushaltestelle mit Fahrplan im 30 min. Takt. Dies steigert die Mobilität enorm.

Weitere wichtige Faktoren sind zudem die Wohnraumlüftung, Wärmepumpe, Aufzüge mit Resiflow welche die Betriebsstunden reduzieren und stromsparend sind, Rafstores mit Lichtleitsystem und Beleuchtung mit Präsenzlichtschaltern welche nicht nur stromsparend sind, sondern sich auch Wetter- und Umweltabhängig an die Lichtverhältnisse anpassen. Diese Einrichtungen streben ein Effizienzhaus 40 plus und besser an.

Im Innenhof gibt es einen bestuhlten Aufenthaltsbereich zwischen den zwei Gebäuden für Bewohner und Gemeindemitglieder als zentraler Treffpunkt.

Bauliche Merkmale des Projekts

Nachhaltigkeit

  • Nachhaltige Gebäudehülle durch spezielle Ziegelsysteme
  • langlebige Kunststoff-Aluminiumfenster
  • Moderne LED-Lichttechnik

Energieeffizienz

  • KFW-Effizienzhaus 40 Plus
  • Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher
  • Lüftung und Wärmerückgewinnung

Flora und Fauna

  • Komplett begrünte Wohnanlage
  • Parkplätze mit Grünstreifen für Bäume
  • Pflaster wasserdurchlässig

Soziale Kriterien des Projekts

Bezahlbares Wohnen

  • Sozialer Wohnungsbau durch Altenheimstiftung
  • Attraktive Mietwohnungen

Nutzung

  • Altenheimstiftung als Sozialer Träger für betreutes Wohnen und Tagespflege
  • Arztpraxis
  • Apotheke mit Drive-IN Möglichkeit
  • Geschäftsräume
  • Mitwohnungen

Mobilität

  • Ladestation für Elektrofahrzeuge
  • Anbindung an öffentlichen Nahverkehr
  • Fahrradkeller